2022 – das Jahr ist zu Ende und das nächste Tierschutzjahr hat bereits begonnen. Doch blicken wir gemeinsam zurück, was wir mit und dank euch erreichen konnten. Welchen Tieren konnten wir helfen? Welche Schicksale haben uns besonders berührt? Auch möchten wir euch wieder aufzeigen, dass Tierschutz verbindet. Gemeinsam mit anderen Tierschutzvereinen lässt es sich noch effektiver helfen.

Februar:
Etwa 3 km fährt eine ältere Dame täglich (egal bei welchem Wetter und wie es ihr geht) in ein klitzekleines Dorf im Landkreis Uelzen. Und das alles für die Katz‘ genauer gesagt für fünf Katzen (Mutter mit ihren mittlerweile ausgewachsenen „Babys).

Vorher hatten Menschen vor Ort die Mutterkatze gefüttert. Doch einer verstarb und die andere liegt im Koma.

Die ältere Dame wird alle fünf Streuner weiterhin täglich versorgen. Doch sie weiß: damit es nicht mehr werden müssen sie schnellstmöglich kastriert werden.

Und hier kamen wir alle ins Spiel… denn

ein Funken ist kein Feuer,

ein Stern kein Sternenhimmel,

ein Sandkorn kein Strand,

ein Blatt kein Baum,

ein Tropfen kein Meer.

Hilft einer den Tieren allein - ist es schwer, doch zusammen sind wir das Feuer, der Sternenhimmel, der Strand, der Baum und das Meer.

Die Tiernothilfe Nord e.V. hat die Kosten für die Kastrationen übernommen. Der wunderbare Wahnsinn! Wir sagen herzlichen Dank dafür.

Alle fünf Katzen wurden von Natalie eingefangen und konnten somit kastriert, gechipt und tätowiert werden. __________________________________________________________________________________

Die hübsche 16-jährige Katzendame Pauline und ihre Menschen suchten einen mobilen und liebevollen Katzenbetreuer, der Erfahrung mit dem Spritzen und dem Drumherum hatte. Denn Pauline hat Diabetes.

Insbesondere wurde für drei Tage im März, aber auch noch für einen Tag im Juli gesucht. Letzteres war ein gaaaanz besonderer Tag für Paulines Menschen, denn da wollten sie heiraten.

Unsere Pflegestelle und medizinische Fachangestellte Melanie übernahm diese Aufgabe sehr sehr gerne.
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März:
Wir möchten euch von "Würstchen" erzählen.

Der kleine Streunerkater hat eine feste Futterstelle. In den vergangenen Wochen sah er immer schlechter aus, wurde dünner und putzte sich nicht mehr.

Natalie kam mit einer Falle zu Hilfe und brachte den kleinen Streuner zum Tierarzt wo ein großer eitriger Abszess festgestellt wurde.

Zudem waren alle seine Zähne völlig verrottet und mussten dringend entfernt werden. Sie waren vermutlich auch der Hauptgrund dafür, dass er immer dünner wurde und sich auch zuletzt nicht mehr selber putzen wollte.

Das Abszess wurde behandelt und die Zähne entfernt.

Dank euch können wir Katzen in Not, wie Würstchen, helfen. Danke dafür
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April:
„Warum muss man jede Katze, die einem über den Weg läuft, einfangen? Lasst doch bitte die Katzen draußen, dass sind Freigänger. Die finden wieder nach Hause!“

„Ja, aber ich kenne alle Katzen hier und diese eben nicht. Vielleicht ist sie ja gechipt und registriert. Dann kann der Besitzer schnell gefunden werden.“

„Die Katze sieht doch gut aus! Lass sie wieder raus! Die gehört jemandem!“

„Würde ich meine Katze vermissen, wäre ich dankbar, wenn sie jemand findet und ins Tierheim bringt.“

„Wenn jemand meine Katze einfach einfängt, dann kann derjenige was erleben. Kann ja wohl nicht sein, dass ich meine Freigängerkatze dauernd aus dem Tierheim abholen muss…“

Solche oder ähnliche Dialoge kennt ihr bestimmt auch und vielleicht findet ihr euch selbst in dem einen oder anderen Kommentar wieder… Wer hat denn nun Recht?

Wie kann ich Freigänger von Katzen unterscheiden, die vermisst werden? Wie kann ich Streunerkatzen von Katzen unterscheiden, die ein Zuhause haben?

Die klare Antwort? Gar nicht!

Nein, ein Streuner sieht nicht immer zerrupft, abgemagert oder dreckig aus.

Nicht jede Katze die ein Zuhause hat, sieht gepflegt und gut genährt aus.

Katzen, egal ob Streuner oder nicht, pflegen sich in der Regel.

Katzen, egal ob sie ein Zuhause haben oder nicht, können auch tränende Augen, eingefallene Flanken etc. haben.

Fakt ist also:

* auch eine vermeintlich gut aussehende Katze kann irgendwo schmerzlich vermisst werden oder ein Streuner sein.

* eine Katze, die krank und ungepflegt wirkt, kann ein Zuhause haben und lediglich auf Streifzug sein.

Ein roter Kater läuft an dir vorbei. „Ach, der wohnt bestimmt irgendwo. Er sieht gepflegt aus, ist nicht abgemagert. Ich lasse ihn laufen…“ Du gehst weiter.

Doch die Realität war eine andere:

Kater George wurde seit 3 1/2 Wochen vermisst. Als er gefunden wurde war er tot. Angefahren und liegen gelassen. Tierliebe Menschen nahmen den Schatz von der Straße. Dank Chip und Registrierung konnte seine Besitzerin Abschied nehmen… Luftlinie 5 Km von seinem Zuhause entfernt.

Es ist kurz vor Mitternacht. Dir läuft eine hübsche dreifarbige Katze über den Weg…. In der Nähe befinden sich Wohnhäuser. Hmm, du wirst unsicher. Die Katze schmust mit dir. Gehört sie hier her? Sie wirkt gut gepflegt. Du kontaktierst die Katzenhilfe und fragst nach. Doch die weiß ja auch nicht ob die Katze in der Nähe wohnt oder nicht. Die Polizei will nichts unternehmen. Gemeinsam mit den Findern schaut die Katzenhilfe die Suchanzeigen in einer regionalen Fundtiergruppe durch und tatsächlich. Der Finder erkennt Mia, die fast 3 Wochen vermisst wird. HappyEnd dank des Finders, der die Katze nicht einfach zurück lassen wollte. Luftlinie 5 Km von ihrem Zuhause entfernt.

Kater Joker, sah auch gepflegt und gesund aus. Und was war? Er wurde seit drei Wochen (Fundort war 52 km von seinem Zuhause entfernt) vermisst. Und wenn die Dorfbewohner nicht so aufmerksam gewesen wären, dann wäre er immer noch vermisst.

Es gab mal einen Beitrag in einer anderen Tierschutzgruppe auf Facebook wo ein Kater gemeldet wurde. Er schien zunächst herrenlos, man wollte sich gern kümmern seine Besitzer zu finden. Dann wurde von erbosten Nachbarn kommentiert, dass der Kater sich schon länger dort aufhalten würde und versorgt sei.

Doch dann fiel derselbe Kater erneut auf. Inzwischen hatte sich sein Zustand drastisch verschlechtert. "Versorgt" war er definitiv nicht. So wurde der Kater endlich gesichert. Was dann folgte kann man kaum glauben, aber es ist wahr: Der Kater wurde seit 10 JAHREN vermisst! Sein Chip brachte ihn zu seinen überglücklichen Besitzern zurück!

Hätten diese überklugen Nachbarn, die behaupteten der Kater gehört dorthin und sei versorgt, die Hilfe nicht vereitelt wäre er wesentlich früher und in viel besserem Zustand nach Hause gekommen.

Es gibt keine ultimative Lösung, aber ich glaube jeder wäre froh wenn seinem vermissten Tier geholfen wird.

Dennoch könnt ihr als Besitzer dafür Sorge tragen, wie zumindest eure Samtpfote schneller wieder nach Hause kommt, wenn sie erst mal im Tierheim gelandet ist...

Ein Chip kostet je nach Tierarzt etwa 15 bis 40 Euro.

Eine Registrierung bei Tasso und Findefix ist sogar kostenlos.

Leider steht nicht jeder Eigentümer einer Katze zu seiner Verantwortung. Viel zu viele Katzen (die ein Zuhause und damit einen Menschen haben, der die Verantwortung für sie tragen sollte) sind noch immer nicht kastriert und gechipt. Genau DESHALB gibt es mittlerweile immer mehr Gemeinden, die die Kastrations-, Kennzeichnungs- und RegistrierungsPFLICHT einführen.

Ich würde mir eine Welt wünschen in der diese Pflicht von seitens der Kommunen nicht nötig ist. Wo jeder Tierhalter selbst die Verantwortung ernst nimmt und seine geliebte Katze (egal ob Wohnungshaltung oder Freigang) rechtzeitig und vor dem ersten Freigang kastrieren, chippen und registrieren lässt...

Unsere Devise: lieber einmal zu viel aufmerksam sein, als einmal zu wenig.
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Mai:
Das wirklich jeder von uns die Welt zu einem besseren Ort machen kann, das hat uns zum wiederholten Male die 11 jährige Sarah aus Schwemlitz bewiesen.

Sie überraschte uns mit einer satten Geldspende von 56,96€ die sie eigenhändig für die Streuner der Katzen-Hilfe Uelzen gesammelt hat.

Wir freuen uns alle sehr über Sarahs Engagement und sind stolz sie auch als Aktive in unserem Verein zu haben – Sarah kümmert sich zusammen mit ihren Eltern Melanie und Stefan täglich mit viel Liebe um Streunerkatzen aus dem Landkreis Uelzen. Sie päppelt verletzte und kranke Tiere, die von der Straße gerettet wurden und sie zieht gemeinsam mit ihren Eltern Kitten mit der Flasche groß.

Jeden Tag eine gute Tat - das ist für Sarah keine Herausforderung sondern sozusagen ein Klacks.

Soviel Hingabe und Liebe zu den Tieren, das erfüllt uns mit Hoffnung auf die Zukunft. Solange es tolle Menschen wie Sarah gibt, ist die Zukunft nicht grau sondern bunt.
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Die rote Fundkatze aus Bad Bevensen war krank… sehr krank und ohne die lebensrettende Therapie wäre sie innerhalb kurzer Zeit gestorben… Die Laborergebnisse zeigten ein deutliches FIP Muster.

Da die Haltersuche anfangs erfolglos verlief, erstellte Mel einen privaten Spendenaufruf, damit die kostenintensive Therapie ermöglicht werden konnte. FIP positiv ist heute kein Todesurteil mehr.
Was ist FIP?: Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine Bauchfellentzündung bei Katzen, ausgelöst durch die Mutation feliner Coronaviren zu FIP Viren. Es handelt sich um eine virale Infektionskrankheit, die als die bedeutendste infektiöse Todesursache bei der Katze anzusehen ist. Was ist das für eine Therapie, die die Katzen bekommen, die an FIP erkrankt sind?

Über ca. 3 Monate bekommen diese Katzen GS-441524 verabreicht. Das GS-441524 ist ein RNA-Inhibitor (RTI). Das sind Arzneistoffe, die zur antiviralen Behandlung (Virostatika) eingesetzt werden und die das Enzym Reverse Transkriptase (nukleosidische RTI) hemmen, indem sie als falsche Bausteine in die DNS eingebaut werden und somit zum Abbruch der Mutationskette führen.
Quelle:
http://katzenhilfe-uelzen.de/fip-ist-heilbar/was-ist-fip

In Absprache mit dem Tierheim Uelzen kam die rote Katzenlady zu Jenny Bastian von der Tierhilfe Wolfsburg - denn im Tierschutz gilt das Motto: einer für alle - alle für Miez! Sie hat Erfahrung mit der FIP Therapie und schon ganz vielen Katzen damit erfolgreich das Leben gerettet. Das Spendenziel mit 1500 Euro konnte dank ganz vielen Menschen erreicht werden. Und nicht nur das Hope diese Krankheit überstanden hat, sie hat auch ihre Familie wiedergefunden. Wir wünschen dir alles Gute liebe Hope.
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Der Altmarkkreis Salzwedel grenzt an unserem Landkreis Uelzen an und wie heißt es so schön? Unter Nachbarn hilft man sich :)

Der Tierschutzverein Pfotenhilfe e.V. in Salzwedel hat von einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe von Salzwedel Katzenbabys aufgenommen. Vom Hörensagen wissen wir: diese Aktion war alles andere als leicht, denn die Mama hatte die Kleinen in einem Versteck, wo man so ohne weiteres nicht heran kam. :D

Die tierlieben Mitarbeiter des Betriebs kennen die Hofkatzen gut und umso überraschter waren sie als eine fremde Katze ihre Babys - vermutlich drei - unter einer Kälberwaage versteckte. 

Die Pfotenhilfe war erst mal voll besetzt - wohin also mit der kleinen Familie? 

Wir hatten gerade Platz und Möglichkeiten. 

So verabredeten wir uns mit einer Mitarbeiterin und am Folgetag ging es direkt los. Abends gegen 18:30 Uhr waren wir vor Ort und kurz nach 21 Uhr hatten wir zwei Kitten und Mama. Um an die Kitten heranzukommen, mussten wir ein paar Bodenbretter der Kälberwaage anheben. Darunter war es dunkel. Die kleinen lagen im Streu versteckt. Allerdings fanden wir nur zwei Kitten statt drei… doch die Mitarbeiter waren unsicher ob es wirklich drei waren. 

Danach aktivierten wir zwei Fallen. Eine vor dem Stall mit Thunfisch bestückt und die zweite mit eeeeigentlich dem besten Köder: die Babys. 

Doch Mama ist wohl keine Löwenmama :D oder der Hunger war einfach zu groß… ;)

Sie tapste in die Lebendfalle mit Thunfisch und war überhaupt nicht amüsiert, als die Falle zuging. 

Bevor wir nun alles zusammen packten kontrollierten wir erneut das Versteck unter der Kälberwaage. Wir leuchteten mit der Taschenlampe… es war alles still und nichts zu sehen. 

Also fuhren wir nach Hause mit der kleinen Familie und versorgten sie. Den Mitarbeitern rieten wir: spitzt eure Ohren und haltet die Augen auf in den kommenden Tagen. 

Und tatsächlich. Zwei Tage später kam der Anruf: ein Baby mauzte laut und verzweifelt unter der  Kälberwaage. Wir packten ein Wärmekissen ein, nahmen Aufzuchtsmilch und Fläschchen mit. 

Vor Ort mauzten wir zaghaft und der Kleine antwortete. So konnten wir ihn Stück für Stück hervorlocken und am Ende hatten wir den Schatz auf dem Arm. Im Auto bekam er sein Fläschchen, wo er begierig teilweise dran sog und drauf biss. Mit der Zeit wurde er ruhiger und knatterte leise bei unseren Liebkosungen. 

Dann ging es mit ihm zu seiner Familie. Überglücklich setzen wir ihn zu seiner Mama und seinen beiden Geschwistern. 

Alle drei wurden täglich zweimal gewogen und nahmen gut zu. Sie tollten herum und waren einfach zum Verlieben. 

Als Kalia, Kimba und Kasimir ca. 12 Wochen jung waren, durfte die Mama, mittlerweile kastriert, gechipt und tätowiert, zurück zum Hof, wo sie auch weiter versorgt wird. Unser Plan war nun, die drei erfolgreich zu vermitteln, doch dem machte ein kleiner Fundkater namens Mäxchen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg ein Strich durch die Rechnung. Doch dazu später mehr…
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Juni:

Schreck für Mel oder doch eher Blamage für Mel? :D Unsere kleine kätzische Familie saß noch im Quarantänekäfig, als Mel ihre Kamera zückte und Fotos für die Spender machen wollte. Beim näheren Betrachten der Fotos bekam Mel plötzlich einen riesigen Schreck. Was war da mit Mamas Zitze? Das war ihr vorher noch gar nicht aufgefallen. 

Die Zitze war knallrosa und geschwollen. Entzündet? Panisch verschickte Mel die Fotos per WhatsApp an zwei tiermedizinische Fachangestellte und konnte kaum deren Antworten abwarten. Ungeduldig und nervös wartete Mel und holte Holger hinzu. Der schaute sich die vermeintlich entzündete Zitze auf den Fotos an (Mama ist scheu, da ist nichts mit untersuchen bei ihr ^^) und meinte trocken:
das ist der Ball. 

Mel schaute verwirrt und begriff diese Aussage erst nicht. Währenddessen kamen per WhatsApp die Rückmeldungen, dass die Zitze keinesfalls so aussehen sollte wie auf den Fotos. 

Mel schaute sich die Fotos an und guckte zur Mama. Hin und her… her und hin. 

Und sie begriff: Mama saß auf dem rosa Spielball. 

Tierische Erleichterung, Scham und verlegenes Lachen waren die Reaktion von Mel. Holgers Lachen dagegen war eher ein Auslachen -.- 

Tja so schön es war nicht zum Tierarzt und um Mama nicht bangen zu müssen, so unangenehm war es dann für Mel, auf die WhatsApp Nachrichten zu antworten, Entwarnung zu geben und den Übeltäter zu enttarnen
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In einem Stapel Holz wurde dieser kleine Katermann gefunden. Die Augen verklebt und hungrig schrie er verzweifelt nach seiner Mama. Die Finderin besorgte geistesgegenwertig Aufzuchtsmilch und rief uns an. Wir holten den kleinen Schatz ab. Im Auto versuchte Mel schon ein wenig das Fell zu säubern, was komplett mit Harz verklebt war. Die Mamakatze hätte sich mal ein sauberes Versteck aussuchen dürfen. :D
Ein großes Dankeschön an deine Retterin und an die Tiernothilfe Nord e.V., die dich kleinen Schreihals aufgenommen haben. Um die Mutterkatze hat sich die Finderin vorbildlich gekümmert.
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Ein wichtiger Tipp aufgrund einer kürzlich im Landkreis Uelzen tot aufgefundenen Katze (Besitzer konnte gefunden werden), die nicht gechipt aber tätowiert war. Ein wichtiges Thema:

*Tätowierungen auslesen bei toten Katzen*
(Hinweis: es kann auch hilfreich sein, die Haare aus dem Ohr rasieren zu lassen)

• Ohr mit einem feuchten Tuch gründlich reinigen

• Mit ein wenig Fett (Butter, Öl, in unserem Fall hatten wir nur Handcreme zufällig dabei) einreiben

• Fotos mit Blitz machen

• Ggfs. dabei von hinten mit einer Taschenlampe gegen das Ohr leuchten (insbesondere bei schwarzen Ohren sinnvoll)

Viele Tierärzte tätowieren Kürzel oder auch die PLZ in einem Ohr und im anderen eine fortlaufende Nummer. Manche tätowieren das Jahr der Kastration. Es gibt auch pfiffige Tierärzte, die das Wort CHIP ins Ohr tätowieren.

Manche Tattoos KÖNNEN mit der Zeit verblassen. Aber manchmal hat man auch Glück und kann es noch auslesen.

Danke an die vielen Menschen, die ihr Bestes geben um Tier und Mensch wieder zu vereinen - auch über den Tod hinaus. Ja, die Wahrheit tut weh… aber die Ungewissheit bringt einen um…
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Unregistrierte Chips und/oder eigentümliche Chipnummern

Bei der hübschen und schon älteren Fundkatze Jasmine im Tierheim Lüneburg wurde beim Auslesen des Chips festgestellt, dass die Chipnummer keinen der üblichen Ländercodes oder Herstellernummern enthielt und am Ende ein „A“ hatte. Eine Mitarbeiterin des Tierheims nahm Kontakt zu Mel auf und bat um Hilfe. Diese für uns alle ungewöhnliche Chipnummer war leider auch in keinem der uns bekannten Register verzeichnet. Die Datenbank PETMAXX (https://www.petmaxx.com/index.aspx?lang=de), die auf nationale und internationale Haustierregister zugreift, ergab keinen Treffer und anders als bei den bisherigen Anfragen, wurde dort dieses Mal auch kein Hersteller angezeigt.

Nach einigen Überlegungen mit dem Ausschluss vieler nicht in Frage kommender Länder, nahm ich durch einen zufälligen, eigentlich schon wieder verworfenen Gedanken, Kontakt zu der Tierschützerin Marit in den USA auf. Die liebe und sehr engagierte Marit erfuhr über eine Tierarztpraxis in ihrer Nähe, dass es in den USA unterschiedliche Chipnummern gibt und diese durchaus eine aus den USA sein könnte. In dem dortigen Tierregister von https://www.aaha.org wurde zwar nicht der Eigentümer angezeigt, dafür aber der Hersteller.

Über den Hersteller konnte die Tierklinik, an die der Chip geliefert wurde, ermittelt werden. Marit rief sofort dort und sprach mit einer tiermedizinischen Angestellten der Tierklinik. Diese versuchte die Eigentümer zu erreichen, jedoch ohne Erfolg, da die Nummer nicht mehr vergeben war. So gab sie Marit dann Name und Alter der Katze und auch die Namen der Eigentümerin und ihres Partners mit der Bitte, dass Marit sich bei Erfolg melden möge. Die Mitarbeiterin der Tierklinik hoffte sehr, dass es ein HappyEnd geben wird..

Nachdem umfangreiche Recherchen von Marit und mir im Internet mit diesen Namen erfolglos waren kam dann die Idee, dass die beiden Personen inzwischen verheiratet sein könnten und der Familienname des Partners angenommen wurde. Mit dieser Idee und dann noch Versuche den Namen mit „ß“ statt „ss“ zu schreiben, wurden dann tatsächlich mit dem Namen passende Personen gefunden. Als endlich eine Kontaktaufnahme, die sich selbstverständlich zunächst auch als sehr schwierig gestaltete, möglich war, stellte sich dann auch tatsächlich heraus, dass dies die Eigentümer von Katze Jasmine waren. Marit fiel ein Stein vom Herzen, als ich ihr vom Erfolg berichtete. Den Stein hörte ich trotz der weiten Entfernung aus den USA in Deutschland plumpsen.

Die Eigentümerin hat sich sehr gefreut, dass man ihre Katze gefunden hatte. So erfolgte noch am selben Tag das von uns allen ersehnte HappyEnd zwischen der Katze Jasmine und ihren Menschen.

Wer die ganze Geschichte mit all den Hindernissen und Schwierigkeiten und leider auch traurigem Schicksal, welches Jasmine und ihre Menschen kurz nach dem HappyEnd ereilte aus Sicht von Marit lesen möchte, der möge sehr gerne auf diesen Link klicken:

http://www.katzenhilfe-uelzen.de/.../unregistrierte-chips...

Diese aufwendige Detektivarbeit ist nicht immer von Erfolg gekrönt! Bitte lasst eure Katzen, egal ob Wohnungshaltung oder Freigang, chippen und registriert sie anschließend (Kastrieren natürlich auch).

Eure Katzen werden es euch danken - Pfote drauf __________________________________________________________________________________
Juli:
Es erreichte uns ein dringender Hilferuf einer verzweifelten Frau aus unserem Landkreis, die kurzfristig voraussichtlich für 4 bis 6 Wochen in eine Klinik musste.

So suchten wir für ihre Katze Momo jemanden, der sie für diesen Zeitraum in Pflege nehmen konnte.

Über einen Facebook-Aufruf meldeten sich tatsächlich mehrere Menschen und wir stellten den Kontakt her. Momos Frauchen berichtete einige Zeit später, dass einer der Kontakte Momo in Pflege genommen hatte. Hier zeigt sich wieder wie gut so eine regionale Internet-Gemeinschaft sein kann.
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Ich sehe was, was du nicht siehst und das sind drei Kitten

Eine Fangaktion wie man sie sich nur wünschen kann

Anfang Juli wurde in mehreren Gruppen auf Facebook ein Hilfegesuch gepostet. In einem Garten hatte jemand kleine Kitten ohne Mutter gesichtet. Ein paar Tage zuvor wurde nur wenige Meter weiter eine überfahrene tote Katze entdeckt. Die Vermutung liegt nahe, dass es das Muttertier war. :(

Viele boten ihre Hilfe an. Eine Frau aus dem Ort konnte das erste Kitten schnell einfangen, Nummer zwei und drei versteckten sich jedoch verängstigt. Die Aktion wurde erst mal unterbrochen. 

Noch am selben Abend fuhren die Helfer Johanna, Natalie und deren Freundin zur Fangstelle. Natalie mauzte, lockte so das zweite Kitten hervor und sie konnten es sichern. 

Nummer drei ließ sich einmal kurz blicken, aber suchte Abstand und versteckte sich tief im Dickicht mit Sichtkontakt. 

Bis sage und schreibe halb 1 Uhr nachts saßen die Tierschützer im Gebüsch, mauzten und stellten Futter hin. Auch hatten sie die Geschwister dabei, die beim Rufen tatkräftig unterstützten - leider ohne Erfolg…

Es fiel den Frauen unsagbar schwer, das letzte Kitten alleine in der Dunkelheit zurückzulassen. Die Nacht  brachte ihnen keinen erholsamen Schlaf…

Am nächsten Morgen fuhr Johanna noch vor der Arbeit wieder zur Fangstelle. Die beiden Geschwister, die bei ihr übernachten durften, nahm sie als Lockköder wieder mit. 

Gerade angekommen sah Johanna auch gleich das kleine Kitten. Doch es ergriff sofort die Flucht ins Gebüsch mit hohen Brennnesseln. 

Aber immerhin: es lebte noch! Die Angst das Fuchs oder Marder es holten war enorm groß gewesen bei allen Beteiligten.

Doch Johanna konnte nicht bleiben. Die Arbeit rief und vorher musste sie noch zu ihrem Tierarzt. So machte sich Melanie von der Katzen-Hilfe Uelzen trotz Krankheit auf den Weg um Unterstützung vor Ort zu leisten. 

Melanie mauzte ebenfalls ohne Erfolg. Das Kitten zeigte sich und antwortete auch. Aber es kam nicht dicht genug um es sichern zu können. 

Bei der Gelegenheit sei noch erwähnt dass die Besitzer des Grundstücks super engagiert und nett waren (und das ist wirklich nicht der Regelfall!). Sie haben ihre Tür offen gelassen, damit wir auf Toilette gehen konnten und boten uns Getränke und Kuchen an. Ein ganz liebes Danke von uns. So eine wundervolle Geste hat uns berührt.

Melanie bekam gegen Mittag dann noch mehr Unterstützung. Natalie kam vorbei und blieb ein wenig. Später kam noch Natalies Freundin hinzu. 

Nach den etlichen Stunden des Wartens, Rufens und Stillseins brachen wir ab und stellten insgesamt vier Lebendfallen auf und siehe ein Wunder geschah: Natalies Freundin blieb noch vor Ort und spielte unermüdlich über YouTube Videos mit Kittenmaunzen ab. Das kleine rote Kitten reagierte und traute sich immer näher an die daneben stehende Falle und tapste vorsichtig hinein. Stück für Stück bis die Lebendfalle zuging. Natalies Freundin schickte das von uns ersehnte Foto mit dem kleinen Schelm in der Falle. Wir waren alle erleichtert und mega happy. 

Rettungsaktion geglückt!Danke an alle für die tolle Zusammenarbeit

Wirklich jeder Helfer hat seine Zeit gespendet und war mit Herzblut dabei. 

Ob die spätabendlichen Tipps von der kranken Melanie an Johanna wie man denn eigentlich Kitten einfängt und auch dem Tierheim Uelzen, die sofort einen Platz für alle drei anboten.  

Es lief alles ausgesprochen gut Hand in Hand. Selbst die Kontrollen der Fallen für die Nacht (mitten in der Woche!) waren schon geklärt, auch wenn sie dann Gott sei Dank nicht mehr nötig waren...  Alles für die Katz!
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Eine junge Frau rief uns an und meinte in einem kleinen Ort wären einige nicht kastrierte Katzen. Natalie nahm Kontakt mit den Menschen vor Ort auf und schaute sich die Gegebenheiten an. Es waren doch einige Katzen insbesondere Kitten. Ein paar Tage später ging es direkt los! Natalie nahm sich vor alle drei Kitten inklusive Mutter einzufangen. Und was Natalie sich vornimmt, dass setzt sie auch um, fast… :D

Die ersten zwei Kitten waren schnell gefangen. Nun fehlte ja noch ein drittes Kitten und die Mama. Ein paar Stunden später hatte sie die Mama und… nein nicht das Kitten sondern eine weitere nicht kastrierte Katze. Beide saßen zusammen in der Falle. So ist das mit den weiblichen Wesen. Frau geht zu zweit auf Toilette und Katzenmädels eben zu zweit in die Falle. Mit Gesellschaft wartet es sich halt besser :D

Nun fehlte noch das dritte Kitten. Musste es eine Nacht alleine bleiben? Nein, etwas über eine halbe Stunde später hatte Natalie das dritte Kitten in der Falle sitzen. Tja, was Natalie sich vornimmt, dass setzt sie um, fast. Denn erfolgreich wie sie ist, hatte sie ja eine ausgewachsene Katze mehr als sie einfangen wollte. ;)

Alle Katzen hat sie dem Tierheim Uelzen übergeben, die sich um alles Weitere kümmerten.

Ein paar Tage später kam erneut eine Nachricht: es wurden noch weitere Kitten gesichtet. Doch dieses Mal war das Glück nicht auf unserer Seite. Es sollte einen ganzen Monat dauern, bis zwei Kleine endlich gesichert werden konnten. Diese zwei konnten wir dem Übernahmeverein „Arme Socken e.V.“ in Dortmund übergeben. Die Mutterkatze wurde leider bisher nicht mehr gesehen.
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Mitte Juli wurde unser Mitglied Walburga auf eine kleine Katze aufmerksam, die zusammengekauert am Straßenrand saß. Als sie langsam auf das Tier zuging, versteckte sich die kleine Katze in einem Busch. Beim Laufen fiel das Kätzchen immer wieder zur Seite. Es ließ sich problemlos von Walburga aufnehmen, die es mit nach Hause nahm. Da sie eigene Katzen hat, kam der kleine Kater (wie sich mittlerweile zeigte) in das Gäste-WC, wo er erschöpft in seinem Korb einschlief. Der Tierarztbesuch am nächsten Tag ergab, dass es sich um eine Ataxie, eine Bewegungsstörung handelt. Ansonsten schien das Katerchen gesund. Liebevoll nannte Walburga ihn Mäxchen.

Nachdem er ausgeschlafen und eine große Portion Nassfutter verschlungen hatte, wurde er zusehends munterer. Am liebsten spielte er mit Spielmäusen und „jagte“ hinter Tischtennisbällen her. Es ist erstaunlich, wie er trotz seiner Bewegungseinschränkungen so spielen kann. Er schien nicht unter seiner Behinderung zu leiden und entwickelte sich immer mehr zu einem kleinen Frechdachs. Er zerfledderte mit Hingabe Toilettenpapierrollen und ganz toll fand er einen kleinen Karton, in den er gerade so hineinpasste. Es war eine Freude, ihm zuzusehen, wie glücklich er trotz seiner Bewegungseinschränkungen war. Fiel er um, so rappelte er sich sofort wieder auf und das Spiel ging weiter.

Nach vier Wochen bei Walburga haben wir ihn einem Übernahmeverein übergeben, den Samtpfoten Neukölln. Doch leider hatten sie keine vom Alter her passenden Spielekumpel und so übergaben wir dem Verein, mit wirklich sehr engagierten und wundervollen Tierschützern, noch unsere drei Schützlinge aus Salzwedel. Kimi, Kasi und Kalia durften Berlin unsicher machen :D
Kalia und Mäxchen wurden beide zusammen vermittelt und dass die Vermittlung perfekt war zeigen die Videos und Fotos, die uns aus dem neuen Zuhause erreichten.
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August:
Gleich zwei Hilferufe – Luftlinie ca. 9km auseinander – erreichten uns Anfang August. Je eine Mutter mit einmal drei Kitten und einmal vier Kitten sollten eingefangen werden. Unser Plan: Mamas kastriert und gekennzeichnet zurück zur Fangstelle, wo sie weiter versorgt werden und die Kitten ins Tierheim Uelzen bringen. Doch nicht immer gehen Pläne so in Erfüllung wie wir es uns wünschen. Im ersten Fall konnten die drei Kitten sehr schnell erfolgreich gesichert und ins Tierheim gebracht werden. Die Mamakatze wird der Grundstücksbesitzer selbst einfangen und sich um alles Weitere kümmern.

Im anderen Ort ging es auch fix voran. Die Fallen standen auf einem alten Scheunendachboden, den wir über eine Leiter erreichten. Oben angekommen, mussten wir aufpassen wo wir hintreten, weil die Tragfähigkeit des Scheunendachbodens teilweise eingeschränkt war. Innerhalb weniger Stunden tapsten drei Kitten in die Falle und auch die Mama. Es fehlte nur noch ein Kitten. Zuversichtlich bestückten wir die Fallen erneut. Doch nichts passierte…

Während am Folgetag die Mama abends bereits frisch kastriert, gechipt und tätowiert bei uns Zuhause im Quarantänekäfig saß, fuhren wir erneut hin. Die Fallen waren bis auf den Thunfisch leer. Kein Kitten, das wartend darin saß. Der Thunfisch unberührt.

Auch am Tag darauf passierte nicht viel. Immer wieder saßen wir zu dritt auf dem Dachboden. Wir mauzten und lauschten. Wir wussten, die oder der Kleine ist da, denn es antwortete uns. Mal klang es nah doch dann kam das verzweifelte Mauzen aus der hintersten Ecke. Das Kitten lief auf einem Zwischenboden unter unseren Füßen entlang. Ein Herankommen war nicht möglich. Gemeinsam mit der Besitzerin und dem herumliegenden Materialen versuchten wir bestimmte Bereiche abzudichten. Einmal lief das Kitten flink wie ein Wiesel dabei an uns vorbei. Doch dadurch, dass wir aufpassen mussten wo wir hintreten konnten ohne eine Etage tiefer zu landen, kamen wir nicht schnell genug hinterher und sie verschwand wieder im Zwischenboden. Es war wie verhext! Aber hey: wir wussten immerhin: sie lebt noch!

Entschlossener denn je verteilten wir insgesamt sechs Lebendfallen auf dem gesamten Dachboden. Und das alles nur für so einen kleinen Winzling.

Unfassbar: Am 3. Tag waren alle sechs Lebendfallen immer noch unberührt. Unfassbar! Ein Winzling hielt uns auf Trab und zeigte uns deutlich die kleine Stinkekralle. Ihr Mauzen kam uns immer schwächer vor. Einbildung oder war es nur unsere Angst und Sorge? Denn leider hatte sie nun schon einige Tage nichts gefressen. Ohne Mama und Geschwister verkroch sie sich im Zwischenboden. Wir kamen kaum noch die Leiter rauf, so sehr schmerzten unsere Beine. Doch aufgeben war nicht!
Erneut mauzten wir! Erneut antwortete sie! Es klang verzweifelt! Steckte sie fest? Wir suchten und ja durch einen Spalt im Zwischenboden konnten wir sie mit Hilfe von der Handykamera entdecken. Ihre Augen leuchten zurück. Doch sie war über zwei Meter von uns entfernt. Wir entfernten vorsichtig Stück für Stück vom Beton. Doch letztendlich half auch das nicht, sie entwischte zur Seite und weg war sie.
Daraufhin fragten wir in der Facebook-Gruppe „Vermisste und gefundene Haustiere in Uelzen und Umgebung“ nach, ob jemand uns eine Wildtierkamera leihen kann, in der Hoffnung ihre Schlupflöcher ausfindig machen zu können. Sage und schreibe drei Wildtierkameras konnten wir abholen und auf dem Dachboden gut strategisch verteilt aufhängen. Eine Wildtierkamera durften wir leihweise behalten und eine andere hat man uns geschenkt. Wir freuen uns immer über so viele wundervolle Menschen, die man oft nur dank des Internets kennen und schätzen lernt.
Es war längst wieder dunkel und wir leuchten in jede Ecke mit unseren Taschenlampen. Dann lief sie plötzlich erneut an uns vorbei in die hinterste Ecke und versteckte sich im Kniestock. Wir legten uns abwechselten direkt vor das Loch und mauzten. Sie kam nicht zurück. Sie steckte nun zwischen der Außenwand und der darauf angebrachten Holzverkleidung oder war sie herunter gefallen und saß nun draußen im Gebüsch? Wir versuchten ihr Mauzen zu lokalisieren. An der Holzverkleidung war dichter Efeu. Die Besitzerin riss diesen erbarmungslos nieder. Wir halfen! Unterm Efeu fanden wir eine kaputte Holzlatte. Die Besitzerin war nun in ihrem Element – getrieben von der Sorge um das kleine Kitten und versuchte mit ihren Fingern mehr und mehr von der Holzlatte zu entfernen. Sie streckte ihre Hand ins Loch und wir konnten es kaum glauben: sie spürte Fell! „Ich hab sie!“ Schrie sie und Mel rief, während sie für Licht sorgte, aufgeregt zurück: „Lass nicht los! Halt sie fest!“
Nun leistete die Besitzerin schier unglaubliches: mit der einen Hand hielt sie die kleine fest und mit der anderen Hand pröckelte sie mehr und mehr von der Holzverkleidung ab um das Loch zu vergrößern. Denn noch war es zu klein um das Kitten herausholen zu können. Mel hielt mit einer Hand notdürftig die Taschenlampe und mit der anderen machte sie sich bereit und hielt den Umsetzer mit der Öffnung nach oben bereit. Die Besitzerin zog die Kleine heraus und setzte sie in die Box. Tür zu! Wir haben sie! Die Freude war riesig. Die Erschöpfung bei uns allen ebenso, doch das Adrenalin puschte uns. Endlich, endlich, endlich. Um kurz nach Mitternacht fuhren wir nach Hause und die Kleine kam direkt zu ihrer Mama. Was für ein HappyEnd!
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September:
Eine t(r)eur̶e kleine Streunerseele

Wir haben euch viel zu erzählen. Auf den Pflegestellen der Katzen-Hilfe Uelzen e.V. ist echt was los. Ein ganz aktueller Fall ist unsere Möppi – geboren 2011, von uns damals kastriert. Seit ihrer Geburt lebt sie mit ihrer Fellfreundin auf dem Grundstück eines Hotel-Restaurantbetriebs.

Ende September wurde ein Video von Möppi in der Gruppe „Vermisste und gefundene Haustiere in Uelzen und Umgebung“ eingestellt, das deutlich machte: Möppi ist verschnupft und braucht Hilfe!

Und nicht nur das! All die Jahre hat Möppi fleißig auf der Futterstelle Mäuse gefangen. Leider soll das Gebäude abgerissen werden. Die beiden Katzen verlieren ihre Heimat. Doch Glück im Unglück: beide haben bereits einen neuen Ort gefunden, wo sie ????????????????��???????????????? umziehen durften

Doch zuvor kam Möppi erst einmal bei uns in Pflege und es taten sich weitere Baustellen bei der dreifarbigen Katzendame auf. Der Katzenschnupfen war da noch das kleinste Problem. Dafür gab es direkt eine kleine Antibiose-Kur.

Langwieriger und um einiges komplizierter und teurer stellte sich jedoch der Zustand ihrer Zähne dar. Ein schrecklicher Anblick von schwarzen, abgebrochenen Reststummeln. Dass sie damit überhaupt noch etwas fressen konnte ist ein Wunder und zeigt uns erneut wie lange Katzen Leid ertragen können ohne aufzugeben.

Eine weitere beängstigende Baustelle bei Möppis Gesundheit war ein alter Bruch an der rechten Vorderpfote. Fast im 90° Winkel steht die Pfote ab. Möppi läuft auf dem Stumpen vom Knochen. Der Bruch ist schon einige Zeit her – die Anwohner, welche mit uns sprachen, kennen Möppi nur so. Sie ist damit überraschend mobil, springt und klettert. Ob sie Schmerzen hat, kann man nur vermuten. Sie hebt die Pfote immer an wenn sie diese nicht benötigt.

Nun gut – es galt keine Zeit zu verlieren nachdem der Katzenschnupfen etwas abgeklungen war. Möppi bekam eine umfassende „Esszimmerrenovierung“. Alle schmerzenden Stummel und Restwurzeln wurden entfernt. Die Narkose zur Zahnsanierung wurde auch genutzt um das Bein zu röntgen. Es ist direkt am Pfotengelenk durchgebrochen und falsch wieder zusammen gewachsen.

Da galt es einen passenden Plan zu schmieden wie wir ihr mit diesem Problem am Besten helfen können. Die Optionen sind

1. es so belassen und ihr die OP ersparen

2. versteifen und eine Platte einsetzen (wobei es nicht sicher ist ob das funktioniert)

3. Amputation, falls Option 2 nicht funktioniert

Möppi ist eine wundervolle und dankbare Streunerlady - sie hatte zwar nie das Glück auf einer Couch im warmen und heimeligen Zuhause mit ihren Menschen zu kuscheln - aber sie hat ganz viele Menschen, die hinter ihr stehen und ihr helfen. Die Tierarztkosten konnten dank vieler Spender rasch beglichen werden. Möppi und ihre Fellfreundin zogen in ihr neues Zuhause. Dort wird sie gut beobachtet, damit wir gemeinsam eine Entscheidung für die Pfote treffen können.
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Die kleine Onyx kam Mitte September zu uns. Ihre Augen verklebt und viel zu dünn für ihr Alter musste sie erst mal liebevoll von unserer Pflegestelle gepäppelt werden.

Aber Liebe und Futter alleine reicht nicht aus um ein gesundes und kräftiges Katzenmädel zu werden. Einen Tierarztbesuch sollte man nicht scheuen. So bekam Onyx direkt auch ein paar Medikamente. Die Besserung ließ nicht lange auf sich warten. Aber schaut selbst Jetzt sucht Onyx noch ein Zuhause. Aber wir sind zuversichtlich, dass sich jemand in den kleinen schwarzen Sonnenschein verlieben wird.
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November

Piccolino macht seinen Namen alle Ehre… nicht! Der große stattliche Kater hat diese Woche seinen geliebten Menschen verloren. Nicht wegen eines Umzuges, einer Allergie oder menschlichen Nachwuchses. Nein, sein Frauchen ist verstorben. Die ältere Dame hatte immer gehofft, dass Piccolino noch vor ihr gehen wird, doch das Schicksal wollte es anders.

Piccolino selbst ist nicht mehr der Jüngste. 15 Jahre ist er mindestens, vielleicht sogar noch älter. Der Schatz hat Arthrose. Verständlich, dass es hier und da auch mal zwickt in seinem Alter.

Das Schicksal hat entschieden, dass der schmusige Kateropi leider ein neues Zuhause suchen musste. Doch das fand er! „Seine“ Tierärztin, die ihn von klein auf kannte, hat ihn adoptiert. Ein großartiges HappyEnd finden wir!
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Am 27.11.22 veranstaltete das Tierheim Uelzen einen Adventsflohmarkt und wir waren mit unserem Info- und Verkaufsstand dabei. 32 Tage hatten wir Zeit um potentielle Spender zu finden, die uns mit Sachspenden unterstützen. Und die fanden wir! Viele Weihnachtswichtel haben ohne Rast und Ruh wunderschöne Werke gezaubert. Ob die beliebten Stinkekissen, gefüllt mit Baldrian oder Minze, wunderschöne und farbenfrohe Katzennäpfe, viele tolle Spielsachen für Katz und andere Haustiere bis hin zu Decken, Kissen und vieles mehr. Eine bunte Vielfalt und alles in liebevoller Handarbeit. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. Dank der Spender, aber auch der tierlieben Käufer kam eine Summe von 367,12€ für unsere Schützlinge zusammen. Am Nachbarstand waren unsere Freunde, die Admins der Facebookgruppe „vermisste und gefundene Haustiere in Uelzen und Umgebung“ vertreten. Zu unserer großen und freudigen Überraschung haben die Admins auch was zu Gunsten unserer Notfellchen verkauft und sogar den Erlös noch aufgerundet. Dadurch haben wir an diesem Tag sage und schreibe 407,12 Euro zusammen bekommen. Es ergaben sich viele nette Gespräche – alles in allem ein großartiger Tag. Danke, die das Alles möglich gemacht haben.
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Dezember:
Einen ganz herzlichen Dank an das Nagelstudio CreativArt Suderburg und ihren Kundinnen

Im Dezember wurde fleißig für unsere Notfellchen gesammelt, Anni organisierte einen Weihnachtsbasar und eine Spendenbox.

540 Euro sind zusammengekommen  Wir sind absolut sprachlos und sagen herzlichen DANK
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Herzlichen Dank an Fressnapf Uelzen mit Anneka und ihrem Team, die wie die letzten Jahre die großartige Wunschbaumaktion organisiert haben

Das Tierheim Uelzen, die Tierpfotenhilfe e.V. und wir durften Wunschkarten anbringen.

Alle 181 Wünsche wurden erfüllt von lieben Menschen, damit die Tiere in Not auch eine schöne Bescherung haben

Wahnsinn - herzlichen Dank an alle Spender
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Kinder / Jugendliche für den Tierschutz zu sensibilisieren finden wir enorm wichtig. Schließlich sind sie die Tierschützer der Zukunft!

Jonathan und seine Schwester haben heute bewiesen, dass sie nicht die Tierschützer der Zukunft sondern bereits der Gegenwart sind. Herzlichen Dank euch beiden

Jonathan rief uns heute Vormittag an. Er und seine Schwester baten uns um Hilfe für eine verletzte Taube, die sie gefunden haben.

Auf unsere Bitte hin schickte uns Jonathan Fotos und auch ein Video von der Taube.

Leider war unser Vorsitzender mit dem Auto in anderer Mission unterwegs. So rief Mel kurzerhand bei Sven und Biggi vom Tierheim Uelzen an. Beide sind Taubenkenner. Biggi fuhr los und sicherte die Taube erfolgreich.

Was für ein Einsatz und Herz von allen Beteiligten, einem hilflosen Tier zu helfen.

Drücken wir der Taube alle Daumen und Pfoten, dass sie es packt

Stärkt eure Kinder bereits frühzeitig in ihrer Empathiefähigkeit - die Basis des Zusammenlebens zwischen Mensch und Tier.

Jonathan, ihr habt alles richtig gemacht - danke danke danke und frohe Festtage dir und deiner Familie
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Aufnahme (inkl. Rückläufer): 16
Vermittlungen (Inkl. Rückläufer): 9
Rückläufer: 1
Blacky
Kastrationen (inkl. Pflegekatzen): 14
Übernahmevereine: 6
Verstorbene Schützlinge: Wanja und Rocket, Michel

Wie jedes Jahr leisteten wir in vielen Fällen telefonische oder elektronische Beratungshilfe.

Lasst uns weiterhin gemeinsam den vielen notleidenden Katzen helfen. Alles für die Katz‘ –
Wir hoffen darauf, dass Ihr uns und unsere Schützlinge auch in diesem Jahr begleitet.

Danke
Danke für das von Euch entgegengebrachte Vertrauen. Danke für Eure Unterstützung.