Die Wahrheit tut weh, aber die Ungewissheit bringt einen um…
Dieser Satz wird uns oft von Tierhaltern bestätigt, die ihre Katzen schmerzlich vermissen und nicht wissen, wo ihr geliebtes felliges Familienmitglied ist. Lebt sie noch? Geht es ihr gut? Hat sie ein neues Zuhause gefunden? Fragen über Fragen, wenn das eigene Haustier plötzlich verschwunden ist. Diese Ungewissheit ist kaum auszuhalten. Findet man sein Tier tot und trauert, so tut es weh… der Unterschied: man kann sich wenigstens verabschieden…
In unserem Landkreis fand jemand eine tote schwarze Katze und bat uns um das Auslesen eines evtl. vorhandenen Chips. Unser Lesegerät piepste erfolgreich, jedoch war die Chipnummer nirgends registriert. Dank der engagierten Mitarbeiter des Chip-Herstellers konnte der Kontakt zur Tierarztpraxis hergestellt werden. Diese fanden jedoch keinen Treffer in ihrer sonst gut geführten Datenbank und schlussfolgerten, dass es eine Streunerkatze war, die vom Tierschutz kastriert wurde. Bei solchen Fangaktionen notiert sich die Praxis leider nicht die Nummern im System. Der Tierschutzverein dagegen registriert auch Streuner… wo also letztendlich der Fehler lag, wir werden es nie erfahren. Aber wir sind auch nur alles Menschen und Fehler passieren…
Noch am selben Abend nicht weit von der Fundstelle entfernt, verschwand die schwarze Freigängerkatze Lola. Lola war auch von diesem Tierschutzverein und vorbildlich bei Tasso mit ihrer Chipnummer registriert. Die Halterin meldete sie als vermisst und erfuhr von der toten Katze. Da die Chipnummern unterschiedlich waren konnte es Lola eigentlich nicht sein… wenn das Wörtchen eigentlich nicht wäre… Denn Aussehen, Fundort, Funddatum passten überein. War es doch Lola? Wer eine Katze adoptiert, lässt in der Regel die Chipnummer nicht überprüfen. Man vertraut ja darauf, dass sie stimmt.
Wir vermuten, dass die tote Katze Lola war und die Chipnummern in diesem Falle vor der Vermittlung vertauscht wurden. Lolas Menschen holten die tote Katze ab und hielten sie durch die Chipklappe um zu schauen, ob diese auf den Chip reagiert. Erst passierte nichts, erst am Folgetag, als sie es erneut versuchten reagierte die Klappe und öffnete sich. Es war also ihre Lola. So konnten sie ihre Katze bestatten und haben Gewissheit, auch wenn die Trauer groß ist.
Wir kontrollieren seit dem noch mehr unsere Schützlinge und eigene Katzen auf ihren Chip. Aber nicht jeder hat ein eigenes Lesegerät, deshalb empfehlen wir: Wer eine Katze adoptiert sollte spätestens beim ersten Tierarztbesuch den Chip auslesen lassen und sich die Nummer vom Display des Gerätes abfotografieren und mit den Unterlagen abgleichen.