Mitten in der Hochsaison der Kittenzeit erreichte uns ein Hilferuf aus Mecklenburg-Vorpommern, der uns vor eine riesige Aufgabe stellte. Statt der ursprünglich gemeldeten zehn Katzen waren es am Ende 12 ausgewachsene Streuner, die ihr Revier verloren hatten und dringend Hilfe brauchten.
Um für jede Katze den passenden Platz zu finden, ließen wir uns vom Vorbesitzer jede einzelne Nase genau beschreiben. Wir wollten sie „kennenlernen“, noch bevor wir sie sahen. Mit diesen Infos bewaffnet, schrieben und telefonierten wir uns wieder einmal die Finger wund und die Ohren heiß, bis ein deutschlandweites Rettungsnetzwerk stand.
Bevor die große Reise beginnen konnte, war für uns eines selbstverständlich: Jede einzelne Katze wurde kastriert und gechipt.
Dank großartiger Partnervereine konnten wir alle Tiere sicher unterbringen:
• Der herzkranke Oskar und seine Freundin Minka fanden einen sicheren Hafen beim Katzenparadies Neustrelitz e.V..
• Morchen, Misi und Paddy wurden vom Tierschutzverein Soltau in Tiegen aufgenommen.
• Lilo und Peterle durften wir zu den Katzenfreunden Bissendorf (bei Osnabrück) bringen.
• Sisi kam in ein Endzuhause nach Berlin.
Susi sollte eigentlich mit nach Soltau, war aber am Tag der Abfahrt plötzlich verschwunden. Doch die Hoffnung blieb: Zehn Tage später tauchte sie wieder auf. Wir zögerten nicht, setzten uns erneut ins Auto und fuhren die Strecke ein zweites Mal. Die restlichen Katzen der Gruppe fanden einen Platz auf einem Hof, wo sie ihre Freiheit in Sicherheit genießen dürfen.
Dieses Projekt hat uns gezeigt:
Ein Funken ist kein Feuer,
ein Sandkorn kein Strand,
ein Blatt kein Baum,
ein Tropfen kein Meer.
Hilft einer den Tieren allein - ist es schwer, doch zusammen sind wir das Feuer, der Strand, der Baum und das Meer.
Nur durch die Zusammenarbeit so vieler wunderbarer Menschen konnten wir diesen 12 Katzen eine Zukunft schenken.