Im Oktober trat eine ganz besondere Seele erneut in unser Leben: die schneeweiße Coco (Coconut). Ihre Geschichte ist ein Zeugnis für die Beständigkeit im Tierschutz und zeigt, wie wichtig es ist, niemals wegzusehen.
Coco war für uns keine Unbekannte. Bereits 2023 hatten wir an einer Futterstelle in Salzwedel Katzen zur Kastration gesichert. Damals stellte sich heraus, dass Coco bereits bei einer früheren Aktion der Stadt kastriert worden war. Da sie jedoch weder gechipt noch tätowiert war, sah man ihr das nicht an. Erst durch unseren Einsatz wurde sie beim Tierarzt nachträglich gekennzeichnet. Ein Schritt, der ihre Identifizierung erst möglich machte.
In diesem Jahr verschlechterte sich ihr Zustand an der Futterstelle zusehends. Ihre Ohren waren schwer verletzt, weshalb Ivonne und Erika alles daran setzten, sie erneut zu sichern. Nach einigen Schwierigkeiten ging die erfahrene Streunerin schließlich in die Lebendfalle.
Am 28.10. wurde Coco in der Tierklinik Lüneburg operiert. Der Befund war niederschmetternd: Ihr linkes Ohr musste bis zum Schädel amputiert werden, das rechte teilweise. Die Pathologie bestätigte einen bösartigen Tumor am linken Ohr, der nicht vollständig entfernt werden konnte.
Coco hat Krebs, doch sie selbst weiß nichts von Diagnosen. Sie genießt einfach jede sanfte Berührung. Damit sie ihre verbleibende Zeit in Würde verbringen kann, hat sie einen Hospizplatz bei Melanie und ihrer Familie gefunden. Dort wird sie nach Strich und Faden verwöhnt.
Coco hat nur noch ein halbes Ohr, aber ein ganzes Herz voller Liebe. Sie darf nun erfahren, wie wohltuend eine sanfte Hand und wie tröstlich eine ruhige Stimme ist. Wir hoffen auf noch viele gemeinsame Momente für diese tapfere Kämpferin.