Auf ihrem täglichen Spaziergang fiel einem unserer Mitglieder ein roter Kater auf. Er saß in einem Holzhäuschen, das auf einer Pferdewiese am Rande des Dorfes steht. Keiner im wendländischen Ort wusste wo der Kater herkam. Die Dorfbewohner berichteten jedoch, dass er sehr aggressiv gegenüber ihren Katzen war und dass sie ihn deshalb verscheuchten. Leider ist es in Deutschland sehr verbreitet, dass unkastriete Kater unerwünscht sind, da diese durch ihr natürliches Verhalten in Form von Rangkämpfen unangenehm auffallen.
Ein paar Tage später sah sie ihn in ihrem Garten. Mit einer Lebendfalle konnte sie den scheuen und hungrigen Kater schließlich sichern. Einen Chip hatte er trotz der Kennzeichnungspflicht nicht und er war tatsächlich nicht kastriert. Er wurde dann kastriert, gechippt und registriert. Menschen fand er gruselig und zeigte dies auch in der Tierarztpraxis. Kein Wunder, denn die wenigen Menschen, denen er sich in den Wochen zuvor gezeigt hatte, hatten ihn verjagt und wollten ihn nicht bei sich haben.
Eine Familie aus dem Dorf, ohne Katzen, war bereit, ihm täglich Futter zu geben. Eine Wildkamera zeigte, dass er das Futter dankbar annahm.
Der Kater wurde von Tag zu Tag weniger scheu. Endlich gab es jemanden, der ihn nicht verscheuchte, der ihm sogar half. Nach ein paar Tagen lief er nicht mehr misstrauisch weg, wenn jemand in den Garten kam, wenn er auch einen gewissen Abstand einhielt. Bald ließ er sich auch vorsichtig streicheln, sogar von der dreijährigen Tochter. Er zeigte nicht ein einziges Mal ein aggressives Verhalten und wurde von Tag zu Tag zutraulicher. Die Familie hatte ihn mittlerweile ins Herz geschlossen. Er bekam einen Namen „Manou“ und einen Platz in der Scheune und auf der Veranda. Diesen Platz fand er toll, den Scheunenplatz ignorierte er. Er zeigte sehr deutlich, dass er sich gerne bei „seiner Familie“ aufhält.
Er ist jetzt ein wichtiges Familienmitglied und fühlt sich dort sehr wohl. Aggressives Verhalten, ob gegen Katzen oder Menschen, hat er, dank der Kastration nicht mehr gezeigt. Im Gegenteil, Manou schmust seine Menschen schon mal gerne über den Haufen. Schenk einer Katze Liebe und du bekommst ein Schnurren zurück!